Predigt 22.09.2019, Thomas Bleher

Predigt zu 1. Mose 28,10-20

„Schon mal Gott begegnet?“

Ja, Gott kann man begegnen und ihn erleben, manchmal dann, wenn man es gar nicht erwartet und an Orten, wo man nicht damit rechnet. Auch der Jakob ist Gott begegnet, da, wo er überhaupt nicht damit gerechnet hat. um das Ganze ein bisschen zu verstehen, muss man wissen: Jakob hat 2-mal seinen Bruder betrogen, einmal um das Recht der Erstgeborene zu sein und damit auch mehr zu erben. Das zweite Mal, dann mit Hilfe seiner Mutter hat er ihn um den väterlichen Segen betrogen. Und sein Bruder Esau hat Rache geschworen. Er war so böse auf ihn, dass er ihn umbringen wollte, sobald der Vater gestorben war. Und deshalb war Jakob auf der Flucht. Er musste damit rechnen, dass Esau das wahr macht. Was er auf der Flucht erlebt, erfahren wir hier.

Predigttext: „Jakob verließ Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran. Als die Sonne unterging, blieb er an dem Ort, wo er gerade war, um zu übernachten. Während er schlief, hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Engel Gottes steigen herauf und herab. Oben auf der Treppe stand der Herr und sagte zu ihm: „Ich bin der Herr, der Gott Abrahams und Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, werde ich dir und deinen Nachkommen geben. Sie werden unzählbar sein, wie der Staub auf Erden, sich in diesem Land ausbreiten und alle Gebiete bevölkern. Und durch dich soll allen Völkern der Erde Gutes zuteilwerden. Ich stehe dir bei, ich behüte dich, wo du auch hingehst und bringe dich heil wieder in dieses Land zurück. Niemals lasse ich dich im Stich; ich stehe zu meinem Versprechen, das ich dir gegeben habe. Jakob erwachte. Entsetzt blickte er um sich. Tatsächlich, der Herr wohnt hier, und ich habe es nicht gewusst, rief er. Wie furchterregend ist dieser Ort! Hier ist die Wohnstätte Gottes, und das Tor zum Himmel. Er nannte den Ort Bethel (Haus Gottes). Dann legte Jakob ein Gelübde ab: Wenn der Herr mir beisteht, und mich auf dieser Reise beschützt, wenn er mir genug Nahrung und Kleidung gibt und mich wieder heil zu meiner Familie zurückbringt, dann soll er mein Gott sein.“

1.    Gott redet zu Jakob im Traum
Gott kann ganz verschieden zu uns reden. Durch Umstände, durch andere Menschen, durch sein Wort die Bibel. (das ist die häufigste Art und kann auch gut nachgeprüft werden) Durch Einfälle oder Eindrücke. In seltenen Fällen auch durch eine akustisch hörbare Stimme. Weil wir aber so oft sehr beschäftigt sind und so viel anderes hören, ist es für Gott manchmal gar nicht so leicht, zu uns durchzukommen. Deshalb redet er manchmal zu uns durch Träume, denn da sind die anderen Stimmen ausgeschaltet. Nicht jeder Traum ist wichtig für uns, oft verarbeiten wir nur, was wir den Tag über erlebt haben. Aber manche Träume (und an die können wir uns dann auch noch klar erinnern) sind wirklich von Bedeutung. Immer wieder an wichtigen Stellen in der Bibel redet Gott durch Träume zu Menschen. Bei Joseph, dem Mann der Maria, dass sie nach Ägypten fliehen sollen, zu Daniel, zum Pharao von Ägypten. Und der Prophet Joel sagt, dass in der letzten Zeit viele Menschen wichtige Träume haben werden. Also Träume sind nicht Schäume, sondern manchmal wirklich wichtig. Zu Jakob redet Gott in einem Traum, in dem er ganz viele Engel sieht. Und Gott an der Spitze dieser Treppe. Vielleicht hat sich mancher schon mal gewünscht auch mal Engel zu sehen. Aber eigentlich haben wir ja wesentlich mehr. Wir haben nicht nur Boten Gottes, sondern Jesus, der Sohn Gottes ist Mensch geworden und hat hier auf der Erde gelebt. Er hat uns gezeigt, wer und wie Gott der Vater ist. Und wenn wir an Jesus glauben, dann lebt der Heilige Geist in uns, der uns Gott lebendig macht und der uns verändert, so dass wir in einer freundschaftlichen Beziehung zu Gott leben können.

2.     Gott hat ein weites Herz
Erst mal ist es ja sehr erstaunlich, dass Gott noch was mit dem Jakob zu tun haben will, denn der ist wirklich ein Gauner und Betrüger. Er hat seinem Bruder alles weggenommen, was er ihm wegnehmen konnte. Er hat wenig nach Gott gefragt und sein Leben eben selber in die Hand genommen. Dennoch begegnet Gott dem Jakob auf der Flucht, als er überhaupt nicht damit rechnet und zeigt ihm ein bisschen etwas von seiner Größe. Als der Jakob dann aufwacht erschrickt er darüber, dass Gott ihm so nahegekommen ist und direkt bei ihm war. Die Gegenwart Gottes verändert den Jakob. Er bekommt Sehnsucht nach diesem Gott, der bisher nur der Gott seines Vaters und seines Großvaters war. Er merkt, ich brauche diesen Gott. (Übrigens: Man kann Geld oder ein Haus vererben, aber man kann nicht den Glauben oder eine Gottesbeziehung vererben. Es ist ein Segen, wenn ihre Eltern oder Großeltern glauben. Aber ohne eine eigene Gottesbeziehung werden sie einmal nicht im Himmel bei Jesus sein. Dazu reicht der Glaube der Eltern oder Großeltern nicht aus.) Zurück zu Jakob.   Anstatt zu sagen: „Danke Gott, dass du dich mir gezeigt hast und danke für alle deine Zusagen, danke, dass du überhaupt noch etwas mit mir zu tun haben willst.“  Nein stattdessen stellt er erst mal eine ganze Menge Forderungen: „Wenn du Gott mich gut versorgst, wenn du mich beschützt und wenn du mich wieder heil zu meiner Familie zurückbringst, dann sollst du mein Gott sein.“ Und erstaunlicherweise lässt Gott sich darauf ein. Er hat auch bei uns ein weites Herz. Er begegnet uns dort, wo wir sind und wartet nicht darauf, bis wir perfekt sind.  Wir dürfen so kommen, wie wir sind. Wir dürfen uns auch ein Zeichen von Gott erbitten.               

3.    Gott ist souverän
Gott gibt dem Jakob ja eine ganze Menge Zusagen. Denn Jakob ist der Stammvater des Volkes Israel. Er verspricht ihnen das Land, auf dem Jakob liegt. Gegen unsre Souveränitätsvorstellung ist es Gott, der Land zuteilt, nicht wir Menschen, wir rauben es höchstens manchmal. Gott hat sein Versprechen gehalten trotz allem Ungehorsam Gott gegenüber im Laufe der Geschichte. Und trotz aller Feinde, die es auslöschen wollten, wie Israel oder den Iran und die Hisbollah, gibt es Israel noch immer.  Gott hat Israel dieses Land gegeben. Das ist auch der Hauptgrund der Spannungen im Nahen Osten, denn das Selbstverständnis des Islam ist, dass wo der Islam schon einmal Fuß gefasst hatte, dass dieses Land ihm für immer gehört. Also Israel einschließlich Jerusalem. Das ist ein unversöhnlicher Gegensatz. Es kann zwar immer wieder Waffenruhe geben. Aber keinen wirklichen Frieden. Es zeigt auch, dass der Gott des Islam ein anderer Gott ist.  Gott sagt zu Jakob, dass die anderen Völker durch das jüdische Volk gesegnet werden (Das III. Reich hat etwas anderes behauptet.) So ziemlich der größte Segen sind sicherlich die 10 Gebote, sie sind zumindest in den westlichen Staaten die Grundlage unsrer Gesetze und Rechtsprechung. Israel ist weltweit führend in Bewässerungstechniken, in der Terror Abwehr, und in der Medizin- Technik. Gemessen an der Bevölkerungszahl hat Israel die höchste Zahl an Start Up Unternehmen und an Patenten weltweit.
Gott hält sein Versprechen an Israel. Aber er will auch uns begegnen, sei es im Traum, sei es durch eine Zusage, ev. den Konfis Spruch oder auf andere Art und Weise. Er hat Interesse an uns. Selbst wenn wir Dreck am Stecken haben, wie Jakob, Gott geht immer wieder auf uns zu.                                                                                                        

Amen