Sonntag 24. November, Thomas Bleher

Predigt zu  Johannes  5,24-29

Liebe Gemeinde,
der November und besonders Tage wie der Ewigkeitssonntag machen uns schmerzhaft bewusst, wie kurz unser Leben ist und dass es schnell vorbei sein kann. Aber die Frage ist: war’s das dann - oder kommt da noch etwas? Vor kurzem war ich im Gespräch mit einem guten Freund, dem geht es nicht so gut und er rechnet damit, dass er bald sterben wird. Und dann meinte er: Ja, und dann ist Ende, dann kommt nichts mehr. Ich sagte dann: Nein, da bin ich nicht mit einig: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Schönste noch kommt, dass Gott uns ein neues Leben schenken will. Hören wir, was Jesus im Joh. Ev. sagt:
PT Joh.5,24-29: Ja, ich versichere euch: Wer auf meine Botschaft hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben schon hinter sich. Ja, ich versichere euch: Die Zeit kommt, ja, sie ist schon da, dass die Toten die Stimme des Gottessohnes hören. Wer auf sie hört, wird leben. Denn wie der Vater aus sich selbst heraus Leben hat, hat auch der Sohn Leben aus sich selbst heraus, weil der Vater es ihm gegeben hat. Und er hat ihm auch die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten; denn er ist der angekündigte Menschensohn. Ihr müsst euch darüber nicht wundern, denn es wird die Stunde kommen, in der alle Toten in den Gräbern seine Stimme hören und herauskommen werden. Diejenigen, die das Gute getan haben, werden zum ewigen Leben auferweckt werden, und diejenigen, die das Böse getan haben, zu ihrer Verurteilung.
1.    Es gibt ewiges Leben
Jesus macht hier eindeutig klar, dass unsre paar Jahre hier auf der Erde noch längst nicht alles sind. Jesus hat den Tod überwunden. Er ist auferstanden. Und das ist der einzig tragfähige Trost angesichts des Todes. Und mit seiner Stimme wird er am Ende der Tage alle auferwecken, die tot sind, und die in den Gräbern liegen. Es ist dieselbe Stimme, die am Anfang der Zeit durch ihre Kraft und durch ihr Leben schaffendes Wort diese Erde und die ganze Welt geschaffen hat.
Der Tod hat Macht und wir Menschen sind ihm hilflos ausgeliefert. Aber er hat keine letzte Macht, keine Allmacht. Auch der Tod untersteht Gott. Wir sehen das exemplarisch bei der Begegnung Jesu mit seinem Freund Lazarus, der schon 4 Tage im Grab lag. Jesus wird gerufen um ihn zu heilen, als Lazarus noch lebt. Aber es dauert länger, bis er endlich in Bethanien ist. Und Jesus ruft den Toten einfach aus seinem Grab heraus. Er sprengt die Ketten des Todes. Und er zeigt damit, dass er Herr ist auch über den Tod. Für Gott sind die Toten nicht tot. Wenn er sie ruft, werden sie auferstehen.
Und am Ende der Zeit wird Jesus alle aus den Gräbern herausrufen, auch alle, die irgendwo in Kriegen gefallen sind, oder die im Meer den Tod gefunden haben.  
2.    Dieses ewige Leben beginnt heute
So wahr es ist, dass das ewige Leben erst in vollem Umfang beginnt, wenn Jesus wiederkommt und er uns auferweckt hat, so gilt doch genauso das andere: Es beginnt hier und heute! Jesus sagt: „Amen, Amen, ich versichere euch: „Wer auf meine Botschaft hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben schon hinter sich.“ Jesus sagt. Das gilt 100%, da ist nichts dran zu rütteln, dafür verbürge ich mich mit meinem eigenen Leben.
Es braucht nur 2 Dinge dazu: seine Stimme zu hören, ihm zu gehorchen und an Gott seinen Vater zu glauben. Das beginnt nicht erst in der Zukunft, sondern die Weichen werden heute und hier gestellt in unsrer Stellung zu Jesus. Er sagt sogar: Wer auf ihn hört und seinem Vater vertraut, der ist schon aus dem Tod ins Leben gekommen. Die Neuwerdung, die innere Auferstehung ist damit schon geschehen. Und es wird dann sichtbar, wenn Jesus wiederkommt und uns auferweckt.
3) Tod oder Leben
Wenn Jesus wiederkommen wird, dann wird er alle auferwecken. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass deshalb alle in den Himmel kommen werden. Sondern Jesus sagt: die einen werden auferstehen zu einem neuen, ewigen Leben – und die anderen zur Verurteilung. Das klingt für uns hart und ungerecht. Aber wer sind wir, dass wir Gott beurteilen können? Sein Urteil ist gerecht und er kennt uns durch und durch. Aber was dort passieren wird, das entscheidet sich längst vorher, nämlich im hier und heute. Das heute, die Stellung zu Jesus entscheidet über unsre ewige Zukunft. Wie sagt Jesus zu dem Mörder am Kreuz, der seine Schuld eingesteht und ihn bittet. „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!“
Was hat für uns persönlich Priorität? Unser Häusle, unser Urlaub, unser Beruf, unsre Freizeit? Oder hat Priorität, dass wir andere zum Glauben einladen?
Was hat für unsere Kirche Priorität? Ihr Geld, unsre Gebäude, oder dass wir möglichst wenig Mitglieder verlieren oder sogar neue gewinnen? Oder dass wir andere einladen zum Glauben, dass sie im Alltag und mit ihrem Leben Jesus vertrauen? Denn das entscheidet darüber, wo sie einmal die Ewigkeit verbringen werden. Deshalb sollte das doch vor allem anderen absolute Priorität haben. Das ist eine wunderbare Aufgabe, wir dürfen mithelfen, dass andere zum ewigen Leben finden und einmal mit uns die Gemeinschaft mit Gott erleben dürfen. Aber es ist auch eine ernste Angelegenheit, denn Sünde, (Trennung von Gott) führt zum ewigen Tod. Aber wer sich an Jesus hält, ihm glaubt, der hat das Leben, für den gibt es keine Verurteilung mehr. Denn Jesus hat schon längst für ihn das Urteil getragen. Amen