Ökumenischer Gottesdienst für alle Sinne

Kurzpredigt zu Psalm 23, Rolf Noormann


Liebe Gemeinde,
heute habe ich Ihnen etwas mitgebracht: einen Hirten! - Heute gibt ja es nicht mehr so viele Hirten. Früher war das anders. Da gab es in fast jedem Dorf Schafherden und oft auch Hirten. Vor einiger Zeit waren meine Frau und ich auf der schwäbischen Alb. Da haben wir einen Schafhirten getroffen. Er hatte eine große Herde mit vielen Schafen. Und einen Hund hatte er natürlich auch. Und einen Hirtenstab! Ich finde das immer schön anzusehen. Vielleicht geht es Ihnen auch so.

Gott ist für uns Menschen wie so ein Hirte. Wie ein sehr guter Hirte. Absolut zuverlässig. Wie ein guter Hirte sorgt ER für uns, sagt Ps 23: Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Schafe brauchen nicht viel: eine grüne Wiese und frisches Wasser, das reicht schon. Wir Menschen sind da anspruchsvoller. Natürlich wollen auch wir genug zu essen und zu trinken haben. Aber wir wünschen uns mehr. Wir wollen auch etwas fürs Herz. Wenn wir uns nicht gut fühlen, macht uns das beste Essen nicht glücklich. Darum heißt es in Psalm 23: ER erquicket meine Seele. Gott sorgt nicht nur für Essen und Trinken. Er sorgt auch für mein Herz, für meine Seele. Bei Ihm kann ich zur Ruhe kommen. Und neue Kraft tanken. Dann fühle ich mich wieder frisch und munter. Wie neu geboren. Darum feiern wir heute miteinander Gottesdienst: damit wir etwas für unsere Seele bekommen. Auch unsere Seele braucht Nahrung. Ich wünsche uns allen, dass wir heute etwas mitnehmen können, das unserer Seele gut tut.

ER führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Wenn Schafe keinen Hirten hätten, würden sie sich schnell verlaufen. Sie am Abend wieder zusammenzubringen, wäre dann ganz schön mühsam. Wir Menschen sind da natürlich ganz anders. Meinen wir. Wir haben schließlich unseren Kopf. Das stimmt. Nur sind wir leider oft Dickköpfe. So leicht lassen wir uns nichts sagen. Und manchmal geht es uns tatsächlich genau so wie den Schafen: Wir verrennen uns und verlieren den Weg aus den Augen. Dann ist es oft gar nicht so leicht, wieder in die Spur zu kommen. Wir wissen ja nicht so genau, wie der Weg für unser Leben aussieht. Darum ist es gut, wenn wir einen Hirten haben. Er führt uns. Er zeigt uns den Weg, den wir gehen können. Er führt uns den rechten Weg.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bis bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich. Auch das gehört zu unserem Leben. Es gibt nicht nur Sonnentage. Es gibt auch dunkle Täler. Da machen wir uns oft große Sorgen. Manchmal haben wir Angst vor dem, was auf uns zukommen mag. Der Psalm tröstet uns: Keiner von uns muss allein durch ein dunkles Tal gehen. Gott geht an unserer Seite, mit seinem großen Hirtenstab in der Hand. Das kann uns Mut geben. Wenn Gott mit uns geht, müssen wir uns vor nichts und niemandem fürchten. Leider vergessen wir das so leicht. Dann machen wir uns endlos Gedanken. Wir fragen uns, wie es bloß weitergehen soll. Dabei ist das ganz unnötig. Der gute Hirte ist ja da und sorgt für uns. Und Er hat den Überblick. Wir wissen ja nicht einmal, was der nächste Tag bringen wird. Da hilft alles Grübeln nicht. Darum ist so gut für uns, dass Gott wie ein guter Hirte für uns da ist. Er weiß einen Weg für uns, wenn wir nicht mehr weiter wissen.

Manchmal habe ich vielleicht das Gefühl: Ich bin einsam und allein. Keiner kümmert sich um mich. Aber Gott ist für uns da. Vielleicht spüren wir es nicht immer. Trotzdem können wir uns darauf verlassen: Gott ist wie dieser Hirte hier! Er ist für uns da. Er lässt uns nicht aus den Augen. Und wenn wir in Gefahr geraten, steht Er uns zur Seite. Oft genug haben wir zu kämpfen, das stimmt. Aber allein sind wir nicht. Er, unser Gott, unser guter Hirte, steht uns zur Seite.

Amen.

Pfr. Rolf Noormann

Kurzpredigt Sonnenblume, Thomas Bleher

Liebe Gemeinde,
ich habe hier eine Sonnenblume. Demnächst finden wir sie in vielen Gärten. Und zum Teil auch ganze Felder. Bei manchen dieser Felder darf man auch Sonnenblumen selber schneiden und das Geld dafür in ein Kässchen stecken. Eine Sonnenblume, oder gar ein ganzes Feld, das ist eine Pracht und tut der Seele gut. Es ist so ein fröhliches, leuchtendes Gelb. Es gibt kleinwüchsige Sonnenblumen, aber manche werden ja sogar 2-3 m groß. Ein ganzer Kranz von gelben Blütenblättern säumt den Blütenboden, der manchmal auch gelb ist, aber auch braun sein kann.

Wenn sie eine Sonnenblume in der Wohnung haben, dann ist das fast, wie wenn eine kleine Sonne aufgeht. Interessanterweise dreht sich ja die Sonnenblume, bis sie voll aufgeblüht ist immer der Sonne zu. D.h. am Morgen zeigt sie nach Osten, am Mittag nach Süden und am Abend nach Westen. 
Das erinnert mich an das, was Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht im Finstern gehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Die Sonnenblume kann uns ein Vorbild sein, so wie sie sich der Sonne zuwendet, so dürfen wir uns Jesus zuwenden, uns von ihm bescheinen lassen. Wenn wir uns Jesus zuwenden, dann wird auch unser Leben hell. Und so können wir dieses Licht weitergeben. Wir müssen nicht selber das Licht sein und auch nicht selber das Licht produzieren. Aber wir dürfen es wiederspiegeln, so wie der Mond das Sonnenlicht reflektiert. Wir dürfen ganz einfach uns von diesem Licht bescheinen und wärmen lassen und dann diese Freude und diese Liebe weitergeben.

Ein großer Unterschied besteht allerdings: die Sonnenblume ist nur einjährig. Sie wächst und wird geschnitten oder abgeerntet um Sonnenblumenkerne zu gewinnen. Wir dagegen dürfen ein ganzes Leben lang mit Jesus verbunden sein, in schönen Sonnentagen, aber auch dann, wenn uns der Wind des Lebens ins Gesicht bläst.
Wer dem Licht hinterhergeht, der hat es hell vor sich. Wer dem Licht vorausläuft, der wirft nur Schatten und sieht nicht viel. Wer Jesus hinterhergeht und sein Licht annimmt, der wird selber zum Lichtträger.
Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht im Finstern gehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“


Amen

Pfr. Thomas Bleher