Predigt 3. Februar 2019, Thomas Bleher

1. Korinther 1, 4-9

Liebe Gemeinde,

es gibt einige Vorzeigegemeinden auf der Welt, die beeindrucken durch ihr gewaltiges Wachstum und durch ihre Ausstrahlung. Die größte in Deutschland ist das Gospel Forum in Stuttgart mit ca. 3500 Gottesdienst-Besuchern je Sonntag. Im Vergleich zur „Deeper Christian Life“ Gemeinde in Nigeria mit ca. 75.000 Besuchern pro Woche ist sie natürlich klein oder gar verglichen mit der Full Gospel Yoido- Gemeinde in Seoul, Südkorea mit ca. 230.000 Gottesdienst-Besuchern pro Sonntag. Das ist wirklich beeindruckend.

Wir dagegen haben uns daran gewöhnt, dass unsre Gemeinden schrumpfen - was für ein Kontrast.

Im neuen Testament werden uns auch einige Gemeinden vorgestellt. Es sind alles keine Mega- Gemeinden, sondern noch sehr junge, aber schnell wachsende Gemeinden oder manchmal auch nur Hauskirchen. Eine davon war die Gemeinde in Korinth. Hören sie, wie begeistert Paulus über sie schreibt: „Immer wieder danke ich Gott dafür, dass er euch durch Jesus Christus seine unverdiente Güte geschenkt hat. Durch ihn seid ihr in allem reich geworden, er hat euch in reichem Maße befähigt, seine Botschaft zu verkündigen und zu verstehen. Die Botschaft von Christus ist der feste Grund eures Glaubens. Darum fehlt bei euch keine der Gaben, die Gottes Geist den Glaubenden schenkt. So wartet ihr darauf, dass Jesus Christus, unser Herr, für alle sichtbar kommt. Er wird euch die Kraft geben, im Glauben fest zu bleiben und das Ziel zu erreichen, so dass ihr vor ihm bestehen könnt, wenn er kommt. Darauf könnt ihr euch verlassen, denn Gott steht zu seinem Wort. Er selbst hat euch ja zur Gemeinschaft mit seinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus berufen.


1.    Gott beschenkt
Korinth war eine wachsende und sehr lebendige Gemeinde. Wir klagen ja immer, dass unsre Gemeinden schrumpfen. Diese Probleme hatte die Gemeinde in Korinth nicht. Aber Paulus lobt jetzt nicht zuerst einmal die Gemeinde für ihre tolle Arbeit und wie gewaltig sie evangelisiert und wie sie andere Menschen erreicht, die bisher noch nicht dazugehören. Er sagt zuerst einmal Gott danke. Er erinnert die Gemeinde, dass alles, was sie haben, letztlich von Gott kommt. Paulus dankt Gott für diese Gemeinde. Eigentlich war sie ja seine Sorgenkind - Gemeinde und wir hätten vielleicht erwartet, dass er ihnen gründlich den Kopf wäscht für alles, was dort schiefläuft. Aber er beginnt mit einem Dank an Gott für den Reichtum in der Gemeinde. Gott ist der Urheber der Gemeinde. Gott ist es, der die Gemeinde reich gemacht hat, der sie attraktiv macht, der ihnen alle Gaben des Heiligen Geistes geschenkt hat.  Gott hat die Erkenntnis und das Wort in ihnen befestigt. Sie haben ein reiches geistliches Leben, das Evangelium geht von ihnen aus in die ganze Gegend. Die Predigt von Christus ist „kräftig“ unter ihnen. Wörtlich heißt es „festgemacht“ oder konfirmiert. Das ist etwas, wo die Korinther ganz passiv sind, das ist nicht ihre Leistung, sondern Gott hat das gemacht. Er will auch uns im Glauben festmachen. Er will uns aufbauen, ermutigen durch sein Wort. Nicht wir sind aktiv, sondern Gott ist es, der uns hält und trägt und immer wieder neu den Glauben weckt. Bei allem, was wir tun, dass wir dranbleiben und im Glauben stehen, ist zuerst einmal Gottes Werk.


2.    Das Fundament
Wer ein Haus baut, der fängt nicht mit dem Dach an, auch nicht mit der schönen und behaglichen Inneneinrichtung. Er fängt immer mit dem Fundament an. Das Fundament muss groß und stabil genug sein, erst dann kann das Haus darauf gebaut werden. Auch Paulus redet hier vom Fundament, nämlich dem Fundament unseres Glaubens. Was ist das Fundament unseres Glaubens? Ist es, dass wir regelmäßig zum Gottesdienst gehen, oder dass wir jeden Morgen unsre Bibel lesen? Nein, das ist zwar beides wichtig, aber es ist nicht das Fundament. Das Fundament ist schon gelegt, längst ehe wir etwas tun. Die Botschaft von Jesus Christus ist der feste Grund, das Fundament unseres Glaubens. Paulus sagt. „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ 1. Kor.3,11
Nur durch ihn haben wir Vergebung. Nur durch ihn haben wir neues Leben. Christus bedeutet ja der Gesalbte, der von Gott versprochene Retter. Aber brauchen wir überhaupt Rettung? Rettung braucht doch nur, wer sich selbst nicht helfen kann und in einer Notlage steckt. Das ist uns manchmal überhaupt nicht bewusst, dass genau das für uns gilt, dass wir uns nicht selbst retten könne und dass unser Leben vom Tod bedroht ist- und zwar vom ewigen Tod. Und da kann uns kein Notarzt retten- und kein großes Bankkonto.
Wie sagt Paulus: „Es gibt keinen, nicht einen Einzigen, der ohne Sünde ist.“ (Röm.3,10) oder ein paar Verse weiter: „Denn darin sind alle Menschen gleich: Alle sind Sünde rund haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte.“ (Röm.3,23) manchmal denken wir: So ein paar kleine Sünden, das ist doch relativ harmlos. Wir bringen keinen um, wir haben noch keinen Ehebruch begangen, niemand ausgeraubt. Ein paar kleine Lügen oder ein paar unfreundliche Worte, da müsste Gott doch ein Auge zudrücken können. Aber Paulus lässt da keinen Spielraum, er sagt: „Denn die Sünde wird mit dem Tod bezahlt.“ (Röm.6,23) Und Sünde bedeutet zuerst einmal Trennung von Gott, also Trennung vom Leben und das führt unweigerlich zum Tod. Aber die frohe Botschaft ist: Jesus hat dafür bezahlt. „So sehr hat Gott die Welt geleibt, dass er seien einziggeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ Das ist ein festes unerschütterliches Fundament. Damit können wir vor Gott bestehen. Wenn wir uns an Jesus halten, denn er ist der Sohn Gottes und er kann vor Gott bestehen.

3.    Das Ziel vor Augen
Viele von ihnen haben sich sicher an Silvester etwas vorgenommen für das neue Jahr. Oder manche von uns stecken sich auch langfristige Ziele, was sie beruflich, privat, finanziell oder im sportlichen Bereich erreichen wollen. Das ist gut und kann uns helfen, zielgerichtet zu leben. Aber was ist unser Lebensziel? Haben wir überhaupt das Ziel unseres Lebens im Blick, oder wird es immer wieder zugedeckt von allem, was gerade so zu tun ist? Paulus sagt: Er, (Jesus Christus) wird euch die Kraft geben, im Glauben fest zu bleiben und das Ziel zu erreichen, so dass ihr vor ihm bestehen könnt, wenn er kommt.“ Also, das eigentliche Ziel unseres Lebens auf das wir zugehen ist, dass Jesus wiederkommt, oder falls das nicht mehr zu unseren Lebzeiten sein wird, dass wir einmal vor ihm stehen werden. Haben wir das vor Augen – oder geht es uns eher so, wie M. Siebald in einem seiner Lieder singt: „wir haben es uns gut hier eingerichtet, der Tisch, das Bett, die Stühle stehn und sitzen ruhig alles zu besehn. und löschen müd vom Tag das Licht. Wir beten laut: Herr komm doch wieder- und denken leis, doch jetzt noch nicht. Und beten laut: Herr, komm doch wieder, und denken leis, doch jetzt noch nicht.“  Diesen Blick und die Erwartung, dass Jesus wiederkommt kann uns letztlich nur der Heilige Geist schenken. Darum dürfen wir immer wieder neu bitten. Wir sollen unseren Glauben leben mit all unsrer Kraft, mit allem was wir haben und können. Und wenn wir das getan haben, dann dürfen wir getrost alles in Gottes Hände legen in dem Wissen: Er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. (Hebr.12,2) Gott ist die Garantie, dass wir im Glauben stehen, dass wir durchhalten und das Ziel erreichen. Er hat sich in seinem Wort dazu verpflichtet und dazu steht er auch. Dafür können wir ihm danke sagen und ihn loben.

Amen