Predigt 27. Januar 2019, Thomas Bleher

2.Mose 3,1-8a, 10,13f

Liebe Gemeinde,

heute begegnet uns Werbung, wo wir hinschauen. Wir werden regelrecht verfolgt davon. Immer und überall will irgendein Produkt unsre Aufmerksamkeit. Auch heute Morgen geht es um einen sehr ungewöhnlichen eye Katcher, der die Aufmerksamkeit gefangen nimmt. Aber nicht um ein Produkt zu verkaufen, sondern um jemand anzusprechen.

Predigttext: Mose hütete damals die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er die Herde von der Steppe hinauf in die Berge und kam zum Horeb, dem Berg Gottes. Dort erschein ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Als Mose genauer hinsah, bemerkte er, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht niederbrannte. „Merkwürdig, dachte Mose, warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen. Der Herr sah, das Mose sich dem Feuer näherte, um es genauer zu betrachten. Da rief er ihm aus dem Busch zu: Mose, Mose!“ Ja, Herr, antwortete er. Komm nicht näher, befahl Gott. Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden.“ Ich bin der Gott deiner Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Mose verhüllte sein Gesicht, denn er hatte Angst davor, Gott anzuschauen. Der Herr sagte: Ich habe gesehen, wie schlecht es meinem Volk in Ägypten geht, und ich habe auch gehört, wie sie über ihre Unterdrückung klagen. Ich weiß, was sie dort erleiden müssen. Darum bin ich gekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu erretten. Ich will sie aus diesem Land herausführen und in ein gutes, großes Land bringen, in dem Milch und Honig fließen. Ja, ich habe die Hilfeschreie der Israeliten gehört, ich habe gesehen, wie die Ägypter sie quälen. Darum geh nach Ägypten, Mose! Ich sende dich zum Pharao, denn du sollst mein Volk Israel aus Ägypten herausführen!“ Mose entgegnete: „Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage, dass der Gott ihrer Vorfahren mich zu ihnen gesandt hat, werden sie mich nach seinem Namen fragen. Was sage ich dann? Gott antwortete: Ich bin euer Gott, der für euch da ist. Darum sage den Israeliten. „Ich bin für euch da,“ hat mich zu euch gesandt.  


1.    Treue im Alltag
Mose ist ganz einfach bei seiner täglichen Arbeit. Er macht keine Exerzitien im Kloster oder irgendwelche Stilleübungen in der Wüste, er ist auch nicht im Tempel oder sonst einem heiligen Ort. Er geht ganz einfach seiner täglichen Arbeit nach, die Schafe - und Ziegen seines Schwiegervaters zu hüten. Er, der ehemalige Prinz von Ägypten ist irgendwo im Nirgendwo in der Steppe und sorgt dafür, dass die Schafe Futter finden. Wahrscheinlich lernt Mose dort die Geduld, die er später braucht, um sein Volk zu führen. Gottes Trainingsmethoden sind manchmal anders, als wir uns das vorstellen. Mose lebt seinen Alltag und ist treu in dem, was ihm anvertraut ist.
Gott erwartet von uns keine großen, weltbewegenden Taten. Wir müssen nicht die Welt retten, sondern einfach in dem, was uns anvertraut ist, in unseren Aufgaben treu sein. Und manchmal ist so ein ganz normales Alltagsgeschäft die Vorbereitung auf etwas Größeres. Damit hat Mose sicher nicht gerechnet. Er hatte mit seiner glorreichen Vergangenheit als Prinz am Hof des Pharaos abgeschlossen und war zufrieden mit seinem einfachen Leben, das er führte. Und mitten hinein in den Alltagstrott begegnete ihm Gott.

2.    Gott beauftragt
Mose ist in der Alltagsroutine und rechnet nicht damit, dass Gott ihm begegnet. Er kümmert sich um seine Schafe. Aber plötzlich sieht er etwas, was seine Neugierde weckt: Da ist ein Busch der brennt. Nun das kommt in heißen Gegenden manchmal vor. Aber als er genauer hinschaut, sieht er etwas sehr Ungewöhnliches: Der Busch brennt, aber er verbrennt nicht! Das weckt natürlich seine Neugierde und er geht näher ran. Und dann spricht der Busch ihn plötzlich mit seinem Namen an. Und Gott sagt: „Stopp!“ Du hast es mit dem lebendigen Gott zu tun, zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land. Ein Ort ist nicht an sich heilig. Aber wenn Gott da ist, dann wird er heilig durch die Gegenwart Gottes. Wir würden Gott ja gerne ergründen, ihn bewerten, in die Tasche stecken, und bei Bedarf rausholen. Aber Gott ist dafür viel zu groß. Aber er offenbart sich, dann wenn er es für richtig hält. Und er hat sich in Jesus gezeigt, wie er ist. Übrigens, dass zuerst mal vom Engel Gottes die Rede ist, der da im brennenden Dornbusch auftaucht und dann von Gott, das hat nichts damit zu tun, dass hier verschiedene Quellen verarbeitet sind, wie oft behauptet wird. Nein, die Bezeichnung „Der Engel des Herrn“ das ist Jesus im AT. Und dann stellt sich Gott erst einmal vor. Er ist kein höheres, - aber irgendwie undefinierbares Wesen. Er ist kein anonymer, unberechenbarer Gott, sondern er ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Abraham hat Gott als den erlebt, der das Unmögliche möglich gemacht hat. Isaak hat ihn als den erlebt, der die Treue hält. Und Jakob hat Gott als den erlebt, der selbst aus krummen Touren etwas Gutes machen kann, der große Schuld vergibt und Versöhnung möglich macht.
Und Gott hat das Elend und das Leiden seines Volkes gesehen. Er sieht auch unsre Situation. Er weiß, wie es uns geht, wo wir unsre Nöte haben. Und Gott ist nicht am Ende, wo wir am Ende sind. Er hat Möglichkeiten, wo wir längst nicht mehr weiterwissen auch für unsre persönlichen Nöte und Fragen. Damals beauftragt er Mose, nach Ägypten zum Pharao zu gehen, damit der das Volk Israel freilässt.
Mose hat natürlich sofort alle Ausreden der Welt: Ich kann nicht reden, ich bin nur ein Schafhirte und ein Flüchtling. Und der Pharao war damals immerhin der mächtigste Mann der Welt. (Gehen sie mal zu Xi Jinping dem Staatschef Chinas und sagen sie ihm: „Hören sie auf mit den  Menschenrechtsverletzungen. Lassen sie ihre politischen Gefangenen frei.“)

3.    Gott ist da
Gott verweist nicht nur auf das, was er mit den Vätern Israels damals gemacht hat. Er verweist darauf., dass er immer noch derselbe ist. Er ist der Gott, der damals sich als lebendig erwiesen hat. Er begegnet jetzt dem Mose und er wird auch in Zukunft derselbe sein. Er ist nicht nur irgendwo ein Gott, sondern er ist der Gott in Aktion. Er hat es seinem Volk versprochen und er hält sein Wort. Das wurde damals sichtbar gegenüber dem Pharao. Obwohl er der mächtigste Mann der Welt ist muss, er nachgeben und Israel in die Freiheit entlassen. Und es wird sichtbar durch die ganze Geschichte: Immer wieder hat Gott sein Volk vor übermächtigen Feinden bewahrt, Gleich nach der Staatsgründung, als Israel völlig unvorbereitet ohne Armee von den Nachbarstaaten angegriffen wurde, oder dann im 7- Tage Krieg gegen 3 Armeen (1967), die weitaus größer und stärker waren und immer wieder seither. Aber er ist auch für uns da. Gott sagt: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten- und du sollst mich preisen (Ps. 50,15) Jesus sagt, bevor er zum Vater in den Himmel zurückkehrt.: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ „(s. Taufe.)“ Mt. 28,20. Daran dürfen wir uns festhalten und Gott beim Wort nehmen.

Amen