Freitag, 27. März - Pfarrer Thomas Bleher

Umkehr

Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind und uns verfahren haben, kann es vorkommen, dass das Navi sagt: „Bitte wenden!“ Ähnlich sagt es Gott in 2. Chr. 7,14. Nur dass es hier um unser ganzes Leben und um unser ganzes Volk geht. Gott sagt: „Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“
Gott verspricht, er will unser Land heilen! Eine wunderbare Zusage! Sind wir auch bereit, umzukehren, zuzugeben, dass wir stolz waren und ohne ihn gelebt haben. Dass wir versucht haben, selber Gott zu sein und alles im Griff zu haben. Oder dass wir sehr egoistisch waren und nur noch an uns selber gedacht haben. Die weltweite Corona Krise ruft uns dazu auf, Gott zu suchen und für andere in der Fürbitte einzustehen. Er ist nicht nachtragend und lässt sich gern von uns finden.

Donnerstag, 26. März - Brigitte Hage

Innehalten

In den vergangenen Tagen sind wir sicher alle daran gescheitert, auch mal über etwas anderes sprechen zu wollen. Jedes Gespräch landete irgendwann einmal beim Virus.
Wir bewegen uns gerade ins Ungewohnte hinein, ohne die Zeit gehabt zu haben, uns darauf vorzubereiten. Das macht uns Angst, kann aber auch eine Chance sein.
Stellen wir uns doch mal die Frage, wie dieses Geschehen unser Denken verändert. Viele Termine sind entfallen, viele Veranstaltungen ausgefallen. Viel Zeit tut sich auf.
Was nun etwas Gutes mit uns machen kann, ist der Blick nach Innen und nach dem Zueinander und dem Miteinander.
Wir haben auch die Chance, die „Warumfrage“ zu stellen: Warum tue ich dies und jenes überhaupt? Es ist entfallen! Fehlt es mir? Also warum tue ich das überhaupt? Diese „Warumfrage“ kann eine gute Chance sein, in eine neue Nachdenklichkeit, in eine neue Innerlichkeit zu kommen und unsere gewohnten Prioritäten zu überdenken.
Innerlichkeit kann heißen: das Verhältnis zu mir selbst zu überdenken. Wie nehme ich mich wahr, wie gestalte ich meine Beziehungen zu den Menschen um mich herum und – vielleicht auch – wie ist es mit meinem Verhältnis zu Gott oder zu der Ewigen, welchen Namen auch immer ich nenne? Diese Fragen zuzulassen kann ausgesprochen fruchtbar sein, aber auch unbequem. Nutzen wir die Chance und trauen wir sie uns zu!



Mittwoch, 25. März 2020 - Fritz Hammann

Nicht alles ist abgesagt…

Über eine Bekannte bekam ich vor ein paar Tagen ein Bild mit einem bewegenden Text zugeschickt. Auf dem Photo war ein weites, flaches Land zu sehen, das von einem großen, strahlenden Regenbogen überspannt wurde.

Sonne ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Beziehungen sind nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Zuwendung ist nicht abgesagt.

Musik ist nicht abgesagt
Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt.

 

Dienstag, 24. März 2020 - Rolf Noormann

wohl denen die vater sagen

wohl denen die unser vater beten
    sie werden wissen wer sie sind
wohl denen die dein name sagen
    sie werden söhne und töchter genannt
wohl denen die dein reich rufen
    die zukunftsangst verfliegt
wohl denen die deine wille flüstern
    sie werden tatkräftig sein

wohl denen die tägliches brot erbitten
    sie kommen nicht zu kurz
wohl denen die um vergebung flehen
    sie dürfen versöhnt in den tag leben
wohl denen die um führung bitten
    sie geraten nicht auf abwege
wohl denen die nach erlösung schreien
    das leben wird ihnen gelingen

aus: Minimeditationen und Miniaturen für das ganze Jahr, Friedrich-Reinhardt-Verlag Basel 2016, S.11. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

 

Montag,  23. März 2020 - Thomas Bleher

Gemeinschaft

Gemeinschaft mit Freunden, Familienangehörigen, Vereinskameraden usw. das ist etwas, was gerade wohl sehr viele Menschen schmerzlich vermissen.
Und wahrscheinlich wird sich das auch die nächsten Wochen noch nicht ändern.
Aber wir können zum Telefon greifen, wir können mal wieder einen Brief schreiben Oder die ganzen elektronischen Medien nutzen. Helfen wir mit, damit alleinstehende Menschen dennoch Kontakt haben.
Und bei aller Einsamkeit dürfen wir wissen: Wir sind nie alleine.
Jesus hat versprochen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“
Corona ist nicht der Welt Ende, sondern Jesus ist da, auch in dieser Krise.

Sonntag, 22. März - Rolf Noormann

Stillstand

Die Sonntage meiner Kindheit und Jugend waren besondere Tage. Vieles, was im Alltag selbstverständlich war, war am Sonntag nicht erlaubt, auch für uns Kinder nicht. 1973 kamen dann noch die Sonntagsfahrverbote dazu, wegen der Ölkrise. Das waren sehr ruhige Tage, an die ich mich heute noch erinnere. Stillstand, nur weil es Sonntag ist, das gibt es heute nicht mehr. Dabei würde Ruhe manchmal wirklich gut tun. Freie Tage als wohltuende Unterbrechung nicht nur der Arbeit, sondern auch der sonstigen Geschäftigkeit. Ich würde mir das wünschen, für mich und auch für unsere Gesellschaft. Jetzt sind wir in vielen Bereichen zum Stillstand gezwungen. Vielleicht gelingt es uns, auch zur Ruhe zu kommen. Gelassener zu werden. Zu Hause zu bleiben. Das ging einmal. Es könnte vielleicht auch heute wieder gehen. Es könnte uns gut tun.

 

 

Samstag, 21. März - Thomas Bleher

Sorgen

Es gibt gerade viele Sorgen um unsre Gesundheit und eine stabile Versorgung. Oder sogar die Angst, wir könnten in Deutschland 2-3 Wochen Ausgangssperre bekommen.Sich Gedanken zu machen und zu planen ist gut. Es ist gefährlich einfach plan- und gedankenlos in den Tag hineinzuleben, gerade in unseren Tagen. Aber Sorgen lähmen.Gott bietet uns an, unsre Sorgen abzunehmen, damit wir befreit leben können.Gott sagt durch Petrus: „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ 1. Petr. 5,7 Gott weiß, was wir brauchen, weiß, was uns belastet und Sorgen macht. Deshalb dürfen wir getrost unsre Sorgen ihm überlassen, er sorgt für uns. Und es ist wichtig, dass wir sie nicht wieder zurückholen, sondern auch wirklich bei ihm lassen.


Freitag, 20. März - Rolf Noormann


Eine kleine Aufmerksamkeit

Christlich heißt menschlich. Und menschlich ist, was andern gut tut. Eine kleine Aufmerksamkeit zum Beispiel. Ein freundliches Lächeln für die Verkäuferin an der Kasse, ein paar ermutigende Worte, eine interessierte Frage. Oder eine Schachtel Pralinen. Als Zeichen, dass wir wahrnehmen, was sie gerade zu tun hat. Und auszuhalten. Oder ein paar Frühlingsblumen vor die Haustür des Nachbarn, versehen mit einem freundlichen Gruß. Oder ein Anruf bei Menschen, die allein leben. Reden tut gut in diesen Zeiten. Reden ist menschlich. Reden ist christlich. Und Zuhören auch.

 

Donnerstag, 19. März - Thomas Bleher

Krise als Chance

Wir fühlen uns gerade wohl alle etwas verunsichert.
Jeden Tag gibt es neue Meldungen und Veränderungen.
Deutschland ist nicht mehr so, wie noch vor einer Woche.
Wie geht es weiter?
Aber es ist auch eine Chance, neu dankbar zu sein für alles,
was wir haben und zu erleben, dass Gott uns durchträgt.
Gott sagt: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,
so will ich mich von euch finden lassen.“ Jer. 29,13f.
Eine wunderbare Zusage. Wir dürfen es ausprobieren und Erfahrungen damit machen.

 

 

Mittwoch, 18. März - Rolf Noormann

Sich schützen

In diesen Tagen machen wir uns viele Gedanken darüber, wie wir uns schützen können vor dem Corona-Virus: Abstand halten, die Hände gründlich waschen, keine großen Versammlungen besuchen. Das ist im Augenblick sehr wichtig. Aber so wichtig es ist, uns vor dem ansteckenden Virus zu schützen, wir sollten auch an unsere Seele denken. Auch die braucht Schutz. Sonst geraten wir in Panik, stürzen uns in Hamsterkäufe, werden rücksichtslos gegenüber anderen. Das Gebet kann eine Hilfe sein, die Seele zu schützen. Der französische Dichter Charles Baudelaire schreibt über das Abendgebet: “Ein Mensch, der abends betet, ist ein Feldherr, der seine Schildwachen aufgestellt hat: er kann ruhig schlafen.”

 

Dienstag, 17. März 2020 - Rolf Noormann

Angstlos leben

Einer der häufigsten Sätze der Bibel heißt: Fürchte dich nicht! Meist sind es Boten Gottes, die das zu Menschen sagen. Offenbar neigen Menschen dazu, sich zu ängstigen, sich Sorgen zu machen. Manchmal gibt es dafür, wie es scheint, gute Gründe. Manchmal kommen Sorgen und Ängste eher grundlos auf. Die Bibel macht uns Mut zu Ruhe und Gelassenheit. Es ist einer da, der unser Leben im Blick hat, der für uns sorgt. Darum diese besondere Ermutigung: Fürchte dich nicht! In einer kurzen Auslegung dazu heißt es. “Fürchte dich nicht. Das ist das wichtigste. Schon nur das reicht. So bist du schon auf dem Weg der Liebe. Angstlos leben - die Gottesverheißung schlechthin.”