Georg-Weber-Kindergarten

Regelkindergarten mit z. T. veränderten Öffnungszeiten

 

Heydstr. 11

Tel.: 0711-34 42 12

e-mail: georg-weber-kigadontospamme@gowaway.t-online.de

 

Haus der kleinen Forscher

Mit den Kindern gemeinsam staunen

Mit Hammer und Zange bearbeiten Florian und Denis einen kaputten Toaster. Die beiden Fünfjährigen wollen das Innenleben aus Heizdrähte, Metallgittern und Befestigungen inspizieren. „Ich will sehen, was da drin ist“, sagt Florian. Gleich daneben hat sich Toni (6) ein altes Bügeleisen vorgenommen. Seit sich der Denkendorfer Georg-Weber-Kindergarten am Projekt „Haus der kleinen Forscher“ beteiligt, dürfen jeweils vier der rund 60 Kindergartenkinder gleichzeitig den Laborraum in der Freispielzeit nutzen und ihrem Forscherdrang dabei freien Lauf lassen. Das Projekt, das von der gleichnamigen Stiftung getragen, von IHK und Bundesforschungsministerium unterstützt wird, soll die Neugier auf Naturphänomene schon bei den Jüngsten fördern. Am Ende steht die Auszeichnung zum „Haus der kleinen Forscher“.


Nicht nur ausgediente Elektrogeräte, auch Lupen, Magnete, Lampen, Waagen, Pipetten, Schalen, Werkzeuge und vieles mehr stehen den kleinen Forschern im Georg-Weber-Kindergarten zur Verfügung. Mädchen und Jungs nutzen die Gelegenheit, Dingen auf den Grund zu gehen, gleichermaßen. Nicht selten ist der Andrang fürs Forschungslabor groß.


Warum schwimmen Reißzwecke?

 

Gemeinsam mit Kindergartenleiterin Simone Klug geht Julian (6) der Frage nach, warum manche der Reißzwecken, die er vorsichtig auf das Wasser in einer Schale setzt, nicht untergehen. „Schau mal was passiert, wenn sie zusammenstoßen“, ermuntert die Erzieherin zum genauen Hinsehen. Spielerisch lernen die Kinder naturwissenschaftliche Phänomene kennen. „Wir bieten keine Lösungen an, sondern wollen, dass die Kinder selbst Vermutungen anstellen. Wer nachfragt, bekommt eine kindgerechte Erklärung“, sagt Simone Klug. Und so erfährt Julian, dass das, was die Reißzwecken schwimmen lässt, Oberflächenspannung heißt. Gerade weil die behutsame Heranführung, das Fragen und Unterstützen beim Forschen wichtig ist, wünscht sich der Kindergarten noch „Paten“, die als Ehrenamtliche den Forscherdrang der Kinder unterstützen.


Experimentieren mit Alltagsmaterialien

 

Oft sind es Alltagsmaterialien oder Gegenstände, mit denen die Kinder experimentieren. „Wir wollen die Kinder neugierig machen. Sie sollen lernen, genau zu beobachten, vor allem aber sollen sie Spaß am Forschen und Untersuchen haben.“ Simone Klug und eine Kollegin besuchen regelmäßig Fortbildungen, deren Inhalte sie an die vier anderen Erzieherinnen weitergeben. Auch Unterlagen zur Durchführung von Experimenten haben sie über das Projekt bekommen. Darin geht es unter anderem um Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Wärmeleitung. Und so untersucht Klugs Kollegin Theresia Frick später in der Gruppe mit Hilfe von selbst gebauten kleinen Wasserrädern im Waschraum die Wirkung von Wasserkraft. Nach einigem Ausprobieren finden die Kinder heraus, dass das Wasserrad nur angetrieben wird, wenn Wasser fließt – egal, ob es aus dem Wasserhahn sprudelt oder ob sie es mit Bechern auf das Rad schöpfen.


Ganzheitliche Förderung im Kindergarten

 

„Im Kindergartenbereich wurden die Naturwissenschaften lange vernachlässigt“, erklärt Susanne Schock, die Kindergartenfachberaterin des Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen. „Doch je früher der Blick darauf gelenkt wird, desto spielerischer und kindgerechter erwacht das Interesse und die Freude an naturwissenschaftlichen oder mathematischen Fragestellungen.“ Deshalb sei dies im Orientierungsplan für die Kindergartenarbeit verankert worden. Ziel sei dabei auch, Kinder ganzheitlich zu fördern und möglichst keine Bereiche zu vernachlässigen. So ist es möglich, im Rahmen der Erforschung naturwissenschaftlicher Phänomene auch die vielfältigen Aspekte der Schöpfung zu entdecken.

 

Auch Erzieherinnen lernen bei den Experimenten

 

Zahlreiche Projekte wie etwa das „Haus der kleinen Forscher“ unterstützten dieses Anliegen. „Doch auch ohne sie findet inzwischen naturwissenschaftliche Bildung im Kindergarten statt und die Erzieherinnen werden entsprechend fortgebildet“, betont die Fachfrau. Auch Simone Klug ist es wichtig, „dass der Umgang mit Naturwissenschaften selbstverständlich wird und so möglichst breite Interessen bei den Kindern geweckt werden“. Oft lernten die Erzieherinnen selbst noch hinzu. „Wir staunen mit den Kindern.“


Damit das Experimentieren spannend bleibt, werden die Materialien im Labor immer wieder ausgewechselt oder ergänzt. Wer Experimentier- oder Baukästen oder andere „forschungstaugliche“ Dinge wie etwa ein Kugelspiel oder eine Zahlenwaage abgeben will, kann sich an den Georg-Weber-Kindergarten wenden. Tel. 0711 – 344212.

 

Autor: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Mai 2010